

WUPSI-Vorstand
täuscht Öffentlichkeit mit frisierten
Zahlen

Nach Ankündigung
des kommunalen Nahverkehrsunternehmens
KWS/Wupsi 16 Busfahrer zu entlassen regt sich Widerstand in
Leverkusen und im Rheinisch-Bergischen Kreis.
DIE LINKE stellt sich demonstrativ auf die Seite der betroffenen
Arbeitnehmer.
Nach Ansicht der LINKEN täuscht die Geschäftsleitung der KWS/WUPSI
die Öffentlichkeit mit frisierten Zahlen.
So soll nach Angaben der KWS/WUPSI die Übernahme der bisher befristet
angestellten Busfahrer den Steuer-
zahler 1,7 Millionen Euro kosten. DIE LINKE. hat die Löhne durchgerechnet
und kommt zu völlig anderen
Ergebnissen. Tatsächlich ginge es nicht um 1,7 Millionen €, sondern
nur um 10.000 bis 12.000 € jährliche
Mehrkosten in den nächsten 6 Jahren.
Die Berechnungen des KWS/WUPSI-Vorstand Marc Kretkowski dagegen beruhen
auf zu hohen Tariflöhnen,
denn man tut so als würden die 16 Fahrer schon für die nächsten
30 Jahre nach der höchsten Tarifstufe 6
entlohnt werden. Tatsächlich sind diese heute in der Stufe 1 und 2
und können die Stufe 6 erste nach 17 Jahren
Dienst erreichen. In der Stufe 1 und 2 liegen die Lohnunterschiede
6 Jahre lang jedoch nur zwischen 24 € und
74 € monatlich und nicht wie von der KWS/WUPSI berechnet bei 305 €
pro Monat. Auch könne man nicht davon
ausgehen, dass die 16 Mitarbeiter tatsächlich 30 Jahre lang bei
der KWs arbeiten, denn ein Teil könnte schon
wegen seines Alters nur kurz in der Stufe 6 arbeiten. Ein anderer
Teil wird auf Grund von üblicher Lebensführung,
Krankheit oder Berufs- oder Arbeitsplatzwechsel das Unternehmen lange
vor Erreichen der Stufe 6 verlassen.
DIE LINKE. geht von einer maximalen zusätzliche Belastung der Unternehmen
von durchschnittlich nur 22.000 €
jährlich und damit 660.000 € innerhalb von 30 Jahren aus und eben
nicht von 1,7 Millionen €, wie von der KWS/
WUPSI angegeben.
Für DIE LINKE. hat die Geschäftsleitung die drohenden Mehrkosten von
10.000-12.000 € in den nächsten 6
Jahren zudem selbst verursacht, denn wenn die Busfahrer direkt unbefristet
eingestellt worden wären, wäre
die jetzige Diskussion über die zusätzlichen Kosten gar nicht erst
entstanden. In Anbetracht einer Bilanzsumme
von mehr als 50 Mio € und eines Zuschussbedarfs von ca. 4 Mio € würden
nach Auffassung der LINKEN diese
Kosten kaum mehr ins Gewicht fallen und könnten an anderer Stelle
in der KWS/WUPSI eingespart werden.
Ruth Tietz, LINKE Ratsfrau aus Leverkusen zeigt sich empört über solche
Tricksereien:
"Bei einem Gehalt des KWS/Wupsi-Vorstand Herr Kretkowski von rund
200.000 € wäre es ihm zumutbar auf
10.000 oder 20.000 € Jahresgehalt zu verzichten, um damit die 16 Arbeitsplätze
der Busfahrer unbefristet zu
sichern.
Es kann nicht sein, dass man die Krise der kommunalen Haushalte auf
Kosten von kleinen und
ehrlichen Arbeitnehmern austrägt. Ein Teil der Busfahrer muss
schon heute sein Gehalt beim Sozialamt
aufstocken, da sie trotz Vollzeitstelle zu wenig verdienen, um ihre
Familien ernähren zu können."
Tomás M. Santillán sitzt für DIE LINKE. im Verkehrsausschuss im Rheinisch-Bergischen
Kreis und meint:
"Die frisierten Berechnungen der KWS/WUPSI-Geschäftsführung sind
eine dreiste Täuschung der Öffentlich-
keit und der
gewählten Volksvertreter. Die Stadt Leverkusen und der Rhein.-Bergische
Kreis sollte sich als
Eigentümer des Busunternehmens solche Täuschung durch die eigene Geschäftsführung
nicht einfach
gefallen lassen."
Die 16 Arbeitsplätze der befristet angestellten Arbeitnehmer fallen
nicht weg, sondern werden nach Ende der
Verträge sofort wieder von anderen Arbeit nehmern befristet besetzt.
Diese neuen Busfahrer müssen
kostenintensiv
angelernt werden und die arbeitslos gewordenen, bewährten Fahrer müssen
zum Arbeitsamt
gehen, da sie wegen ihres Alters keine neue Arbeit finden werden.
Die Kosten für die Anlernung und das
Arbeitslosengeld müssen von der Öffentlichkeit getragen werden. Diese Kosten
fließen in die Berechnung
der KWS/WUPSI nicht ein und werden von Kretkowski einfach verschwiegen.
Nach Ansicht der LINKEN ist
dies eine Milchmädchenrechnung", denn so entsteht nur ein Karussell
aus Arbeitslosigkeit und Ausbeutung
von eh schon niedrig bezahlten Arbeitnehmern. Den nun von Arbeitslosigkeit
bedrohten Busfahrern wurde bei
der befristeten Einstellung eine Festanstellung in Aussicht gestellt.
Heute will die KWS nichts mehr von diesem
Versprechen wissen und lässt die guten und bewährten Arbeitnehmer
im Regen stehen.
Tomás Santillán wundert sich nicht über die Personalpolitik der KWS/WUPSI:
"Seit Jahren versucht man die WUPSI zu privatisieren und kleinzukriegen.
Statt die 16 Arbeitsplätze mit
ordentlichen und unbefristeten Arbeitsverträgen zu besetzen, hat man
versucht diese Arbeitsplätze durch
die Hintertür abzubauen.Tatsächlich braucht man die 16 Busfahrer
und möchte diese aber lieber bei der
billigen
Tochter HBB anstellen. Denn dort gibt es für die gleiche Arbeit weniger
Lohn, weniger Urlaubsgeld,
keine Altersversorgung und keine Beschäftigungsgarantie. Solch ein
asoziales Verhalten eines Arbeitgebers
kennen wir sonst nur aus der Privatwirtschaft und nicht aus einem
kommunalen und öffentlichen Unternehmen.
Das sind unmenschliche Zustände wie in frühkapitalistischen Zeiten.
"
DIE LINKE. fordert von der KWS/WUPSI die sofortige und unbefristete
Einstellung der von Kündigung
bedrohten Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen. Außerdem soll
die Praxis der befristeten Arbeitsverträge
sofort beendet werden.
Ruth Tietz dazu:
"Wir brauchen sichere Arbeitsplätze für gute Arbeit und unsere
Busfahrer machen gute Arbeit."
DIE LINKE fordert die lange diskutierte Beschäftigungssicherungsvereinbarung
im Rahmen des Tarifvertrags
unverzüglich zu unterzeichnen. Nach Ansicht der LINKEN würde dieser
Beschäftigungssicherungsvereinbarung
die unmenschliche und unsoziale Praxis von befristeten Arbeitsverträgen
bei der KWS/WUPSI bis 2019
zunächst beenden und die Arbeitnehmer hätten eine solide Perspektive
für ihre Lebensplanung.
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